Test Zoom F8: Mobile Musikproduktion leicht gemacht

Mobile Mehrspuraufnahmen sind in der Produktion eher selten –einer der Gründe war bisher der hohe Preis professioneller Geräte. Mit dem Zoom F8 soll sich das nun ändern. Wir haben getestet, was man hier zum moderaten Preis von rund 1300 Euro bekommt.

Um mit einem Mobilrecorder mehr als vier Spuren aufnehmen zu können, musste man bisher tief in die Tasche greifen. Doch Zoom schickt sich nun an, den Platzhirschen mit dem F8 Paroli zu bieten. Erfahrungen hat der japanische Hersteller mit seinen mobilen Aufnahmesystemen über Jahre gesammelt.

Der Field-Recorder F8 richtet sich an eine anspruchsvolle Kundengruppe. Das Gerät versteht sich als mobiles Aufnahmegerät (nicht etwa als Portastudio), mit dem sich Darbietungen mit bis zu acht Mikrofonen parallel in produktionstauglicher Qualität aufnehmen lassen. Hierzu findet man leistungsstarke Mikrofon- /Line-Vorverstärker (mit Phantomspannung und bis zu 75 dB Gain), Auflösungen bis 24 Bit und 192 kHz sowie zwei SDXC-Slots.

Outfit

Auch äußerlich tritt der F8 mit höherem Anspruch an: Das kompakte und leichte Gerät (18 x 14 x 5,4 cm bei 960 g) ist dank Aluminiummantel robust genug für den Außeneinsatz. An beiden Seiten findet man je vier XLR / TRS-Kombi-Eingänge, während die Gerätefront stabile Bedienelemente und ein 2,4-Zoll-Farbdisplay bereitstellt. Auf der linken Seite finden sich die beiden magnetisch verriegelten Slots für SDXC-Speichermedien, die mit bis zu 512 GB Kapazität beachtliche Aufnahmezeiten gestatten. Dazu kommt noch ein USB-Port für den Rechneranschluss, über den der F8 als Kartenleser oder sogar als 96-kHz-Audio-Interface mit jeweils acht Ein- und vier Ausgängen dienen kann. Last but not least sind Download-Codes für Cubase LE und WaveLab LE im Lieferumfang.

Die rechte Seite bietet symmetrische TA-3-Ausgänge, die über beiliegende Kabel auf XLR adaptiert werden können. Hinzu kommen kopfhörertaugliche Haupt- und Subausgänge im 6,3- und 3,5-mm-Stereoklinkenformat. Rückwärtig findet man die Stromversorgung, Timecode-Ein- und Ausgänge (mit Jam-Sync-Unterstützung) sowie einen Anschluss für Zoom eigene Mikrofonkapseln, die sich per Adapterkabel nutzen lassen. Auch ein Befestigungs-Kit für eine DSLR wird mitgeliefert. Und schließlich lässt sich der F8 wetterfest verpackt aus einer optionalen, sauber konzipierten Tasche betreiben. Auch weitere, im professionellen Alltag oft unverzichtbare Funktionen hat man sich offenbar genau angesehen: So bietet der F8 eine MS-Decodierung, Hochpassfilter und schaltbare Phasenumkehr pro Kanal. Hinzu kommt ein mögliches Pre-Recording.

Das eingebaute Mikrofon eignet sich für schnelle Sprachnotizen, kann aber auch für Slate-Kommentare (mit Tonsignal) genutzt werden. Sinnvoll sind auch die Möglichkeiten für Marker, Notizen sowie die Benennung von Ordnern/Projekten. Dank einfacher Firmware-Updates darf man hier hoffentlich auf weitere Funktionen aus dem Produktionsalltag hoffen. Der Recorder lässt sich wahlweise per mitgeliefertem Netzteil, einer externen Stromversorgung (Hirose-Anschluss) oder mit acht AA-Batterien betreiben, die in einem Einschub untergebracht sind. Die Laufzeit beträgt laut Hersteller ohne Phantomspannung und bei mittlerer LED-Helligkeit etwa acht Stunden.

Durchdacht sind die doppelten Aufnahmespeicher. Diese erlauben Parallelaufnahmen mit individueller Aussteuerung, Langzeitaufnahmen über beide Slots oder eine Kombination von Einzelspur- und gleichzeitiger Summenaufnahme. Neben Mehrspuraufnahmen im BWV-Format, das übrigens auch filmrelevante Abtastraten wie 47,952/48,048 kHz unterstützt, ist eine MP3-Aufzeichnung mit zwei Spuren pro Slot (28–320 kbps) möglich. Dazu liest und generiert der F8 stabilen Timecode und ermöglicht neben zuverlässiger Synchronisation auch die Kaskadierung mehrerer Einheiten.

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