Test Zoom U-24 & U-44: Mobile Interfaces

Zoom bietet eine neue Produktgattung: Handy-Audio-Interfaces. Die neue Serie startet mit den Modellen U-24 und U-44. Was die Klasse auszeichnet und welche praktischen Vorteile sie bietet, verdeutlicht dieser Test.

Es ist zwar wieder ein Anglizismus, aber der Begriff passt gut: Handy Audio Interface. Unter dieser Produktgattung vermarktet Zoom seine USB-Interfaces U-24 und U-44. Und sie sind wirklich handlich (engl. = handy) geraten – kaum größer als ein heutiges Phablet (übergroßes Smartphone mit 5 bis 7 Zoll Bildschirmdiagonale). Dennoch hat Zoom beim Funktionsumfang nicht gegeizt und einiges in dem kleinen Gehäuse mit 92,3 mm Breite, 42,7 mm Höhe sowie 198,8 (U-44) beziehungsweise 191,8 mm (U-24) Länge untergebracht.

Outfit

Beide Audio-Interfaces sind solide verarbeitet, obwohl man das aufgrund des geringen Gewichts von lediglich 285 (U-24) beziehungsweise 310 Gramm (U-44) zunächst nicht vermutet. Bis auf eine frontseitige Metallplatte besteht das Gehäuse aus einem gummierten Kunststoff, der sich sehr gut anfühlt, Rutschfestigkeit bietet und auch sehr belastbar erscheint – ideal für den mobilen Einsatz. Auch bei Knöpfen, Buchsen und Drehreglern gibt es keinen Grund zur Beanstandung.

Die Eingänge beider Geräte sind mit je zwei Kombibuchsen (Klinke/XLR) mit separaten Gain-Reglern und +48-V-Phantomspeisung ausgestattet, wobei Input 1 wahlweise auch als Hi-Z-Eingang betrieben werden kann. Das U-44 setzt mit einem zehnpoligen Anschluss auf der Unterseite für die hauseigenen (Mikrofon-)Ansteckkapseln sowie je einem per Schalter wählbaren optischen und koaxialen S/PDIF-Anschlusspärchen noch einen drauf. Als Ausgänge weisen beide Audio-Interfaces je einen Kopfhöreranschluss (Klinke), einen Main-out (Klinke, L/R) sowie zwei Line-RCA-Ausgänge auf. Abgerundet wird das durch ein MIDI-Paar sowie je einen USB- und Mikro-USB-Anschluss. Durch den Direct-Monitor-Regler lassen sich DAW- und Eingangssignal überblenden, womit latenzfreies Abhören möglich wird.

Praxis

Im Recording-Alltag erweisen sich die beiden Audio-Interfaces von Zoom als zuverlässige Begleiter. Durch die robuste Bauweise, die ab und zu an das unverwüstliche Nokia 3310 erinnert, stellt der Betrieb auf der Bühne, im Proberaum oder unterwegs im Freien kein Problem dar. Besonders der mögliche Betrieb mit zwei AA-Batterien am iPad via Camera Connection Kit oder Lighting-USB-Adapter dürfte für mobile Anwender interessant sein.

Dank optional ansteckbarer Mikrofonkapseln eignet sich das U-44 auch als hervorragende Alter­native zu gängigen Field-Recordern für Geräuschaufnahmen aller Art. Dabei kommt dem USB-Audio-Interface zugute, dass es fast in die Hosentasche passt und sehr leicht ist. Nur ein interner Speicher oder SD-Kartenslot für maximale Mobilität fehlen hier. Für Interfaces der Preisklasse um 200 Euro geht die Latenz mit 7/9 ms eingangs-/ausgangs­seitig in Ordnung (Sampling-Rate: 44.100 kHz; Puffergröße: 192) . Bei Aufnahme und Wiedergabe machen die beiden Modelle eine gute Figur, wobei man den Preis im Hinterkopf behalten sollte.

Fazit

Zoom liefert mit U-24 und U-44 zwei attraktive, mobile USB-Audio-Interfaces, die sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen. Für empfohlene 177 bzw. 237 Euro erwartet man freilich keine High-End-Geräte. Im Test überzeugen sie dennoch durch gute Verarbeitung und kompakte Abmessungen. Wer einen Allrounder sucht, sollte sich die zwei Geräte auf jeden Fall ansehen – und definitiv den Aufpreis von 60 Euro für das U-44 in Erwägung ziehen.

Wertung

+ Hervorragende Verarbeitung

+ Kompakte Größe und geringes Gewicht

+ Batteriebetrieb für Nutzung mit iPad möglich

- Speichermöglichkeit für U-44 wäre sinnvoll