Workshop Fit für die Bühne (1): Gig-Logistik & Kommunikation

In diesem Workshop geht es um die technische und kommunikative Vor­be­reitung eines Auftritts – von der Abstimmung des Programms mit dem Veranstalter bis zum ultimativen Equipment-Check.

Fit für die Bühne
Flexibilität ist die Grundlage der Tanz- und Unter­haltungsmusik. Sie ist auch Lebensgrundlage und Elixier für den perfekten Auftritt. Mit Fingerspitzengefühl auf das Publikum zu reagieren, ist lediglich die nach außen sichtbare Seite der Medaille. Organisation und Technik laufen im Hintergrund ab. In einer Workshop-Trilogie vermitteln wir Ihnen die nötige Systematik zur Selbstorganisation. (Foto: Shutterstock)

Als Tanz- und Unterhaltungsmusiker sollte man seinen Job beherrschen – nicht nur, was Musik und Entertainment anbelangt, sondern auch in organisatorischer Hinsicht. Die Anforderungen sind beträchtlich, vor allem, wenn man hauptberuflich oder semiprofessionell Musik macht. Gleichzeitig kratzen diese Anforderungen durchaus an der körperlichen Substanz. Punkt 1: Der Terminkalender will gefüllt werden, das verlangt nach permanenter Präsenz und Kontaktpflege on- und offline. Punkt 2: Das Equipment muss den unterschiedlichsten Anforderungen genügen, auf der Höhe der Zeit und in einem Top-Zustand sein. Punkt 3: die Erwartungen des Publikums. Die Gäste wollen möglichst entspannte Musiker erleben und haben ein Recht auf eine unvergessliche Veranstaltung. Diesen hohen Ansprüchen kann man nur mit durchdachtem und diszipliniertem Verhalten gerecht
werden. Schließlich ist niemandem damit gedient, wenn einerseits Equipment für 100.000 Euro auf der Bühne steht, andererseits aber kein Ton kommt, weil ein Ersatzkabel fehlt.

Reden Sie darüber

Die Routiniers unter den Bühnenkollegen zeichnen sich vor allem durch die Erfahrung im Umgang mit Eventualitäten aus. Sie haben den Vorteil, die allermeisten Situationen im Laufe der Jahrzehnte schon einmal erlebt zu haben. Und sie wissen, dass jede im Vorfeld mit dem Veranstalter, vom Brautpaar bis zum Event-Organisator, geklärte Frage Zeit, Nerven und Kraft spart. Was besprochen ist, kann nicht mehr für Missverständnisse sorgen. Das beginnt bereits beim Musikprogramm.
Selbstverständlich kann man sein Programm nach dem Prinzip Hoffnung ins Blaue hinein spielen. Ob das in dieser Form den Wünschen der Gäste und vor allem denen der Auftraggeber entspricht, bleibt zweifelhaft. Damit die Kapelle sich auf gleicher Augenhöhe mit den Gästen bewegt und deren Nerv trifft, sollten zumindest Unterhaltungsmusiker das Programm – ob telefonisch oder persönlich – in groben Zügen vorher abstimmen. Manchen Kollegen mag das Überwindung kosten, aber Unterhaltungsmusiker sind eben auch Dienstleister.

Zudem ist gerade der diskutable musikalische Aspekt eine Steilvorlage für eine gelungene Veranstaltung. Hat das Brautpaar einen Lieblingstitel? Selbstverständlich wird der am Abend zum dramaturgisch perfekt passenden Augenblick abgerufen – sei es zur Eröffnung des Abends, um Mitternacht oder damit in der ersten Tanzrunde die Post so richtig abgeht. Gretchenfrage: Wie viele Tänze sollen gespielt werden: Die klassische Variante mit drei Titeln? Oder geben die Feiernden grünes Licht für Volldampf? Wie lang sollen oder dürfen die Pausen zwischen den Sets sein? Wann bzw. wie häufig setzt man Medleys ein? Auch Fragen nach der Altersstruktur des Publikums können und sollten Sie im Vorfeld stellen. Der Musikgeschmack lässt sich damit zwar nicht letztgültig und präzise bestimmen, aber zumindest positiv eingrenzen. Es kann auch nicht schaden, einmal über konkrete Titel und Titellisten zu reden.

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