Workshop iPad für Musiker (11): Online-Plattform SoundCloud

In dieser Workshop-Folge erfahren Sie, wie Sie mit der Plattform SoundCloud Ihre Werke im Netz veröffentlichen und auf Webseiten teilen. Sie brauchen nicht einmal ein iPad, auch wenn viele iOS-Apps sich direkt mit der Online-Plattform verbinden.

SoundCloud Web
Die optische Erscheinung des SoundCloud Player können Sie selbst gestalten.

Während im Zeitalter von Social Media die allermeisten Musiker von Facebook und YouTube reden, befindet sich die Internet-Plattform „SoundCloud“ (speziell für das Veröffentlichen und Teilen von Audio-Dateien gedacht) im Anmarsch. Stetig wächst die Zahl der Anwendungen für iPad, die genau diese Plattform unterstützen. Audio-Files lassen sich direkt aus der App auf SoundCloud hochladen. Dazu gehören u.a. das in der letzten Folge vorgestellte NanoStudio, Apple GarageBand, der Cloud Audio Recorder für den Yamaha Motif XF, ThumbJam, NLogSynthPro und natürlich die kostenfreie SoundCloud-App selbst. Auch Software für PC und Mac, darunter Steinberg Cubase 6 und WaveLab 7 oder Ableton Live 8,  bieten einen Upload-Manager für SoundCloud.

Entscheidender Vorteil von SoundCloud in der Praxis: Nicht allein über einen Download, sondern vor allem über eine Einbettung in anderen Webseiten finden die bei SoundCloud geparkten Dateien weltweit zu interessierten Hörern. Ihre Freunde aus sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook werden auf Wunsch sofort benachrichtigt, sobald neue Audio-Dateien auf SoundCloud hochgeladen sind. Dies klingt sehr viel versprechend. Und dabei ist alles - mit und auch ohne iPad - technisch leicht zu bewältigen.

SoundCloud Upload
können ihre Musik über die Webseite hochladen und dabei alle gängigen Audio-Formate wie WAV oder MP3 verwenden.

In wenigen Minuten zum ersten Upload

Gehen Sie zur Webseite von SoundCloud und richten ein Konto ein. Die Nutzung ist kostenfrei, wobei Sie einen Speicher von bis 120 Minuten (reicht etwa für 20 bis 30 Songs) haben und auch Audio-Dateien privat über einen versteckten Link teilen können. Letzteres sollten Sie nutzen, wenn Sie Audio-Aufnahmen für eine gemeinsame Musikproduktion mit Kollegen tauschen möchten.

Das Hochladen geschieht über Apps, aber auch per Internet-Browser auf dem PC. Drücken Sie auf der Seite soundcloud.com/upload auf „Choose files“ und wählen Sie eine Datei aus, die Sie auf die Online-Plattform laden möchten. Zwar können Sie Musik auch über ein Video mit Standbild in YouTube verbreiten, bei SoundCloud haben Sie jedoch die bessere Audio-Qualität und können verschiedene Formate (AIFF, WAV, MP3, AAC, WMA, etc.) verwenden, wie Sie bereits beim ersten Upload bemerken werden.

Laden Sie nun ein Cover oder anderes Bild hoch, das zum gewählten Stück passt, tippen Sie einen kurzen Text zur Beschreibung des Werks ein und entscheiden Sie sich, ob die Musik direkt auf Facebook, Twitter und Tumblr angekündigt werden soll – vorausgesetzt, Sie sind bei diesen sozialen Netzwerken registriert. Haben Sie mehrere Stücke online, können Sie ein Album („Set“) erstellen mit Hilfe von „Add to set“. Alle Titel sehen Sie in einer Wellenform-Ansicht, bei der sich beliebig User-Kommentare einfügen lassen.

Für die Verbreitung auf anderen Webseiten bauen Sie auf den SoundCloud-Player. Ein sehr nützliches Widget. Gehen Sie zu einem einzelnen Track oder einem Set, das Sie teilen möchten. Oberhalb der Wellenform-Ansicht findet sich neben „Edit“ und „Delete“ die Funktion „Share“, auf die Sie klicken. Sie können nun einen Track oder ein gesamtes Set als E-Mail senden, twittern, in WordPress oder MySpace einfügen sowie bei Facebook bekannt machen. Dort sehen Sie den Player, mit dem ihre Musik beliebig abgespielt werden kann.

SoundCloud Tarife
SoundCloud gibt es kostenfrei und auch mit einigen kostenpflichtigen Extras. Der Tarif-Tipp heißt: Lite-Version.

Das Auge hört mit

Gewiss ist diese Wellenform-Darstellung nicht besonders attraktiv. Weil das Auge bekanntlich mithört, sollten Sie den Player optisch aufwerten durch bestimmte Farben (z.B. passend zur ihrer eigenen Homepage) und das Artwork Ihres Covers. Dies können Sie tatsächlich angehen, wenn Sie die empfehlenswerte „Lite“-Mitgliedschaft für 29 Euro im Jahr erwerben, die Ihnen zudem eine Gesamtzeit von 240 Minuten für ihre Audio-Dateien beschert.

Der SoundCloud Player kann nicht nur auf Facebook oder einem per Wordpress erstellten Blog, sondern ebenso gut auf ihrer Musiker-Homepage erscheinen. Angenommen, Sie erstellen eine Homepage mit iWeb (im Lieferumfang eines Mac-Rechners enthalten), nutzen Sie einfach das Widget „HTML-Baustein“ und geben dort den Code ein, den SoundCloud für Sie erzeugt: Gehen Sie zu SoundCloud und dort zum Set (z B. ein Demo oder Album aus fünf einzelnen Tracks), das Sie teilen möchten. Wählen Sie „Share“ und klicken „Edit your widget“ an. Soll im Player das Cover zu sehen sein, wählen Sie „Artwork“ und bestimmen die Farbe und Fenstergröße des Players. Darauf wird ein Widget Code angezeigt, den Sie per Copy&Paste in iWeb (oder in einen anderen Web-Editor) einfügen. Hat alles geklappt, sehen Sie auf ihrer Webpage einen Player, der ihr Album mit fünf Titeln zur Wiedergabe anbietet und sich wiederum von Besuchern ihrer Homepage auf anderen Internetseiten teilen lässt.

Kleiner Wermutstropfen: Leider wird der SoundCloud Player derzeit nicht auf Seiten dargestellt, die Sie mit dem iPad oder iPhone (Web-Browser Safari für iOS-Geräte) aufrufen. Mit Mozilla Firefox, der aktuellen Mac-Version von Safari und anderen verbreiteten Browsern klappt aber die Nutzung des Players im Netz einwandfrei.

SoundCloud für PC und Mac
Zur besseren Organisation gibt es SoundCloud als Software für PC und Mac.

Fazit

SoundCloud ist bereits jetzt eine mächtige Plattform für Musiker. Ob mit oder ohne iPad: Legen Sie ein Konto an, probieren Sie einen Premium-Tarif für 14-Tage kostenfrei aus und teilen Sie ihre Musik mit Freunden, Kollegen oder Veranstaltern. Garantiert verspricht dieser Weg bedeutend mehr Erfolg als ein Download auf ihrer Webseite oder das postalische Versenden von physikalischen Datenträgern wie CD und DVD.

Tipps zum Datentransfer

SoundCloud GarageBand
Direkt vom iPad ihre eigenen Stücke auf SoundCloud laden – dies funktioniert mit GarageBand und vielen weiteren Apps.
GarageBand Computer
So kommen die mit GarageBand auf dem iPad erstellten Songs zum Computer: Entweder als Audio-File oder im GarageBand-Format.

Leider bietet Apple nicht den elegantesten Weg zum Austausch von Files zwischen iPad und Rechner. Selbst routinierte Anwender stehen manchmal vor einem Rätsel. Am Beispiel von GarageBand, der Musikstudio-App von Apple, erfahren Sie, wie Sie ihre Songs vom iPad zum PC oder auch zu SoundCloud übertragen.

Das iPad ist durch das mitgelieferte Kabel mit dem USB-Port des Rechners verbunden. Starten Sie die Software iTunes, klicken unter „Geräte“ (linke Seite) ihr iPad an, gehen zu Apps und scrollen herunter. Unter „Dateifreigabe“ sehen Sie alle Apps, die einen Datenaustausch ermöglichen. Wenn Sie GarageBand haben, wird auch diese App hier angezeigt. Überraschenderweise sehen Sie nicht die Songs, die Sie mit GarageBand auf dem Tablet erstellt haben. Das ändern Sie wie folgt: Rufen Sie GarageBand auf dem iPad auf, drücken Sie auf „Meine Songs“ und danach auf „Bearbeiten“ (Dateien wackeln auf dem Bildschirm). Tippen Sie kurz ihre Song-Datei (z. B. „Tastenwelt“) an, die Sie übertragen möchten. Tippen Sie anschließend auf das Freigabe-Symbol auf der linken Seite. Jetzt erscheint ein Dialog-Fenster, das Ihnen mehrere Optionen anbietet: Wählen Sie „iTunes“ an, können Sie den Song als Audio-File oder GarageBand-File übertragen. Bei der Dateifreigabe in iTunes taucht nun wie erwünscht das File „Tastenwelt.band“ auf, das Sie auf Festplatte oder USB-Medien speichern können.

Nach der beschriebenen Methode können Sie alle Stücke einzeln auch für SoundCloud, Facebook, YouTube freigeben oder per Mail versenden.