Workshop iPad für Musiker (9): Planen, kommunizieren und mehr

In dieser Workshop-Folge lesen Sie, wie Sie die kleinen Dinge im Musikerleben mit Hilfe praktischer Apps besser in den Griff bekommen.

AroundMe
Die aktuelle Umgebung immer im Überblick: Apps wie AroundMe und myGigs gehören aufs Musiker-Tablet.

Selbst Musiker aus der Klassik-Sparte genießen immer öfters die vielseitige Funktionalität eines Tablet-Computers. Er muss ja nicht als Sound- oder Effektmaschine dienen, sondern übernimmt die vielen organisatorischen Aufgaben, die zumindest beim profes­sionellen Musikmachen nun einmal anfallen. In unserer Übersicht werden Sie sicher die eine oder andere Idee entdecken.

Pünktlich zum Gig

Als Live-Musiker sind Sie oft unterwegs. Was liegt also näher, als das iPad zum Navigieren zu verwenden. Empfehlenswert ist ein iPad 3G. Diese Variante ist zwar rund 100 Euro teurer als das einfache WiFi-Modell, unterstützt aber GPS – und dies ohne zusätzliche Internetkosten. Sie müssen zunächst nicht einmal eine Navi-App kaufen, denn Google Maps ist bereits auf dem iPad installiert. Wenn Sie zu Fuß sind oder einen Beifahrer zum Kartenlesen haben, kommen Sie damit weit. Ansonsten erwerben Sie besser ein kommerzielles System wie „Navigon Europe“ (89,99 Euro), das auf dem großen Touchscreen besticht und Telekom-Kunden kos­ten­frei er­hal­ten. Eine Halterung für die sichere iPad-Montage ist erhältlich. Für alle Bahn­fahrer oder Fluggäste: Lufthansa und die DB bieten auch Navigator-Apps.

Wo finde ich die nächste Tankstelle oder ein passendes Restaurant in der Nähe? Für eine schnelle Antwort nehmen Sie eine App wie „AroundMe“ (gratis). Mit einer Umkreissuch-Funktion bekommen Sie sogar Hinweise in Wikipedia über die Umgebung Ihres aktuellen Standorts. Die App „myGigs“ (gratis) verrät ihnen alle wichtigen Konzerte am je­wei­ligen Aufenthaltsort oder in anderen Städten. Natürlich gibt es noch weitere speziellere Suchdienste. Bevor Sie sich während einer Tour auf die Angaben des iPads verlassen, sollten Sie die App direkt nach dem Herunterladen erst einmal zu Hause testen. Werden dann selbst die Ihnen bekannten Bar­geld-Automaten oder Zapfsäulen nicht oder falsch angezeigt, sollten Sie sich der App keinesfalls anvertrauen.

Shazam
Unbekannte Titel akustisch sicher identifizieren – mit dem Dienst von Shazam klappt es fast immer.

Neue Musik entdecken

Musiker hören oft Radio. So bleiben sie aktuell und bekommen Anhaltspunkte zur Repertoire-Erweiterung. Ein guter Tipp lautet „radio.de“. Mit dieser kostenfreien App kommen Sie in den Genuss von über 4.000 Radiosendern aus der ganzen Welt, die Sie nach bestimmten Suchkriterien finden. Wie beim Auto- oder Küchenradio können Sie natürlich Ihren Lokalsender hören, allerdings sind Sie immer auf einen Internet-Zugang angewiesen. Tipp: Kostenloses WiFi bekommen Sie bei einigen Fastfood-Ketten.

Es passiert vor allem beim Radiohören: Sie sind von einem tollen Song begeistert, kennen aber weder den Titel noch den Interpreten. Für diesen Fall rüsten Sie sich mit der App „Shazam“ (gratis). Dieser Identifikatonsdienst zeigt meist nach wenigen Sekunden der Erkennung über das integrierte Mikrofon das jeweilige Stück, den vollständigen Liedtext und auch einen Download-Link zu iTunes, wo Sie den Song herunterladen können.

Skype
Telefonat, Video-Konferenz oder Chat: Per Skype können Sie mit Ihren Partnern engen Kontakt pflegen.

Mit anderen in Kontakt bleiben

Zum Versenden von E-Mails nehmen Sie die bereits auf dem iPad vorinstallierte Mail-App. Die gängigsten Accounts wie Google-Mail, Hotmail oder Yahoo lassen sich durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und des Passworts einbinden. Telefonieren in guter Audio-Qualität können Sie mit der Skype-App – dies sogar kostenfrei, wenn Ihr Gegenüber ebenfalls Skype auf dem PC, Mac oder iPad nutzt. Für Video-Konferenzen benötigen Sie natürlich ein Gerät mit Kamera (iPad 2 oder iPodTouch 4) oder eine Webcam für den PC. Eine Probe mit mehreren Musikern ist zwar theoretisch möglich, scheitert aber in der Praxis wegen der nervenden Verzögerungszeiten beim Ton. Ein klares Plus ist die Chat-Funktion, mit der Sie Infos, Weblinks und Dateien austauschen können.

Google-Sync
Erfahrene Google-Anwender können Ihren vorhandenen Account mit dem iPad
synchronisieren.

Planen

Eines der wichtigsten Dinge ist die Terminplanung. Anders als beim iPhone mit kleinerem Display müssen Sie beim iPad nicht unbedingt nach speziellen Kalender-Apps schauen. Der Screen bietet viel Platz zur Darstellung vieler Eintragungen im Kalender, auch wenn das Pendant iCal auf dem Mac noch weitere sinnvolle Extras bietet wie das Anlegen von Gruppen oder das Benachrichtigen über neue Termine via E-Mail. Wenn Sie bereits über Google Ihren Kalender, Mail-Account und Kalender verwalten, können Sie über Google Sync automatisch zwischen Online-Konto und lokal gespeicherten Einträgen abgleichen. Unter www.support.google.com finden Sie die technischen Hinweise.

Funcard
Exklusive Grußkarten für Kunden und Kollegen erstellen und versenden Sie spielend einfach mit der App Funcard.

Aufmerksamkeit erzeugen

Spätestens zum Jahresende ist es wieder an der Zeit, sich bei Kunden wie Kollegen einmal ordentlich zu bedanken. Auch hierbei macht das iPad eine gute Figur, wenn Sie eine Grußkarte selbst gestalten und versenden möchten. Mit der App „Funcard“ von der Deutsche Post AG zaubern Sie auf dem Touch­screen des iPad ihre persönliche Karte – und das mit hohem Spaßfaktor. Dabei helfen die guten Vorlagen und auch ihre eigenen Bilder, die Sie in iPhoto haben. Nach kurzer Zeit sehen Sie einen ansprechenden Entwurf, der bereits einen Werktag später gedruckt im Briefkasten landet.

Kleiner Wertmutstropfen: Sie können nicht alle Empfänger in einem Rutsch bedienen, sondern müs­sen für jede einzelne Karte separat Ihre Bankdaten eingeben und übermitteln. Angesichts von 1,90 pro Postkarte beeindrucken Sie mit diesem Dienst Ihre Geschäftspartner sogar preiswerter als üblich.

Fazit: Sie sehen, das Apple iPad können Sie prak­tisch immer gebrauchen. Kein Wunder, dass es bei vielen Anwendern im Dauerbetrieb läuft. Erwarten Sie aber in punkto Büroarbeit keinen vollwertigen Ersatz für einen Desk- oder Laptop. Das iPad ist vielmehr ein handliches Add-on mit dem Vorteil für den Mac-User, dass er alle Daten zwischen Tablet und iMac synchronsiert. Wenn Sie im App Store stö­bern, finden Sie sicher einige Anwendungen, die Ihnen das tägliche Leben vereinfachen.

Tipp: Auf Nummer sicher gehen

Wird Ihr Apple iPad häufig transportiert, sollten Sie es schützen! Verpackung: Vor Diebstahl schützt eine neutrale, möglichst unscheinbare Verpackung. Nehmen Sie kein iPad-Case mit Apfel-Logo, sondern besser eine schwarze No-Name-Stofftasche. Eine harte und bestenfalls wasserdichte Schale verhindert mechanische Schäden am Gehäuse. Vor allem das schwerere iPad 1 trägt schnell Schäden bei einem Aufprall davon. Ein Klassiker sind Gehäuse­dellen und Einklemmen des Ein-/Ausschalters, der sich nicht mehr verwenden lässt. Die Reparatur in einer Service-Werkstatt ist leider oft unrentabel. Einige Taschen bieten auch eine Standfunktion zum Aufstellen des Tablets und machen Apples Smart Cover für iPad 2 überflüssig. Obwohl manches Exemplar gern 50 Euro kostet, sollten Sie nicht am falschen Ende sparen, denn ein gestohlenes oder defektes iPad ist ein Ärgernis.

Versicherung: Sie müssen für Ihren Tablet-Computer nicht gleich neue Verträge abschließen. Für den Hausgebrauch reicht die vorhandene Hausratversicherung. Mehrere Versicherungs­anbieter werben zwar inzwischen um iPad-Besitzer, das Kleingedruckte sollte aber genau studiert werden, denn ein Unfall lässt sich fast immer als leichte Fahrlässigkeit deuten, die einen Schadensersatz oft ausschließt. Wenn Sie die Angebote einzelner Versicherun­gen nicht mühsam vergleichen möchten, nehmen Sie einfach den „Apple Care Protection Plan“, mit dem Ihr Gerät bis zu zwei Jahre nach dem ursprünglichen Kaufdatum versichert ist. Die Versicherung kostet derzeit 79 Euro und kann während der Laufzeit der Ein-Jahres-Garantie abgeschlossen werden. Zum Service gehört nicht nur der Einbau von Ersatzteilen, sondern auch die Hilfe bei Software-Problemen.