Workshop Synthesizer (5): Roli Seaboard Rise & Equator

In diesem Workshop dreht sich alles um das neuartige Spielkonzept des britischen Herstellers Roli. Wir zeigen Ihnen, wie einfach Sie den futuristisch aussehenden Hardware-Controller inklusive Software erschließen können.

 

Neben schwarzen und weißen Tasten ist das Spielfeld mit 25 Keywaves ausgestattet (Foto: Roli).

Der britische Hersteller Roli bereichert den Controller- und Synthesizer-Markt mit einem scheinbar neuartigen Konzept: Rise ist ein multidimensionaler polyfoner Controller, der subtile Fingerbewegungen per „5D Touch“ in fünffacher Weise erfasst und mit dem dazugehörigen Software-Synthesizer namens „Equator“ in dynamische Synthesizerklänge umsetzt. Eine seriöse „Tastatur 2.0“ mit Zukunftsperspektiven oder einfach nur eine neue Marketing-Strategie?

Kleiner Bruder des Grand Stage

Das Seaboard Rise ist der kleine und erschwingliche Bruder des 61-Tasten-Synthesizers Grand Stage. Es handelt sich um einen kompakten USB-MIDI-Controller mit einem klaviaturähnlichen Spielfeld, das nicht mit herkömmlichen weißen und schwarzen Tasten, sondern mit so genannten „Keywaves“, 25 an der Zahl, ausgestattet ist. Roli nennt diese spezielle Tastatur „Keywave surface“, eine Oberfläche aus wellenartigen Tasten.

Bevor Sie damit musizieren können, müssen Sie sich online melden unter www.my.roli.com/register. Kein Scherz: Mit einer Lupe können Sie die klein(st)gedruckte Seriennummer an der Unterseite des Geräts auch entziffern. Das „Roli Dashboard for Rise“ und der Software-Synth „Equator“ stehen nach der Online-Registrierung als Download-Paket (über zwei GB) bereit. Über das Dashboard lässt sich direkt auch die Firmware des Seaboard Rise aktualisieren, sofern es bereits mit USB-Kabel am Computer angeschlossen ist.

Wie manche Folgen des iPad-Workshops versteht sich auch dieser Artikel als eine praktische Mixtur aus Tipps und Produktvorstellung, denn viele Leser dürften zwar Interesse, aber das Produkt selbst noch nicht haben. Wenn Sie es kaum erwarten können, ein Roli-Produkt selbst in Augenschein zu nehmen, schauen Sie im Appstore nach der kostenfreien App „Noise“ für iPhone nach, das die Spieloberfläche des Seaboard Rise simuliert und auch einige Sounds bereithält. Mehr dazu im Kasten.

Ganz neues Spielgefühl

Die Hardware lässt wirklich ein neuartiges Spielgefühl aufkommen. Beim Seaboard Rise fühlt sich alles irgendwie anders an. Versierten Keyboardern sind die beiden Handräder zum Standard für modulative Eingriffe geworden. Hier allerdings rutscht, surft, zittert, vibriert man über ein elastisches Spielmanual aus Silikon. Sie werden sich während der ersten halben Stunde zunächst einmal darauf einstellen müssen, dass Sie überwiegend gestenähnlich spielen. Klavieretüden werden Sie nicht einstudieren wollen, dafür wurde diese spezielle Spielfläche aber auch nicht konzipiert.

Zu dieser besonderen Spieloberfläche mit klavierähnlicher Anordnung gehören auch die Ribbon-Controller (Band), die Sie unter- und oberhalb der Keywaves finden. Gleiten Sie waagrecht über diese Bänder (als solche nicht erkennbar oder markiert) können Sie zumindest die typischen Glissando-Effekte produzieren. Achten Sie auf eine weitere Besonderheit: Beim Spielen in Halbtonschritten, so etwa bei der chromatischen Tonleiter, müssen Sie nicht die oberen „schwarzen“ Tasten bemühen, sondern können allein mit den üblicherweise „weißen“ Tasten chromatisch spielen.

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