Workshop Synthesizer (7): Moog Sub Phatty

In diesem Workshop beleuchten wir den Moog Sub Phatty, stellvertretend für die aktuelle Phatty-Serie. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem kompakten Instrument vor allem per Software-Editor effizient arbeiten können.

Moog Sub Phatty
Moog Sub Phatty (Foto: Moog Music)

Er ist der Klassiker par excellence: Der Mini­moog aus den frühen 1970er-Jahren setzt in puncto Klangqualität und speziell mit seinem Tiefpass-Filter bis heute Maßstäbe. Inzwischen ist dieses Kultobjekt im technischem 1A-Zustand nur mit viel Glück für ein Vermögen zu bekommen. Der Moog-Sound lebt aber in neuen Geräten weiter: Die Phatty-Serie bietet monofone Synthesizer mit analogem Innenleben und moderner Ausstattung. Wenn Sie immer schon einen funktionierenden Moog bezahlbar haben wollten, dann schauen Sie sich doch einfach mal den rundum soliden Sub Phatty an.

Namhafte Künstler inspiriert

Als erster kommerziell erfolgreicher Kompakt-Synthesizer für den Live- und Studio-Einsatz inspirierte der von Robert Moog entwickelte Minimoog etliche Komponisten und Musiker – allen voran Kraftwerk, Klaus Schulze, Manfred Mann, Keith Emerson, Pink Floyd oder Chick Corea. Sie widmeten sich diesem Instrument intensiv und verhalfen dem Hersteller zu einem hohen Bekanntheitsgrad: Moog wurde geradezu zum Synonym für Synthesizer.

Dabei ist die Klangarchitektur des monofonen Geräts sehr überschaubar. Insgesamt drei spannungsgesteuerte Oszillatoren plus Rausch-Generator liefern den Grundklang. Der dritte Oszillator lässt sich alternativ als LFO verwenden. Klangprägend ist das patentierte Moog-Tiefpassfilter mit 24 dB Flankensteilheit. Für Filter und Lautstärke ist jeweils eine dreiphasige ADS-Hüllkurve verfügbar. Was zeichnet den Moog-Sound aus? Einfach gesagt: Er klingt satt, direkt, prägnant und ist ideal für die markanten bis berühmten Lead- und Bass-Parts, die Sie auf den Aufnahmen der genannten Künstler dokumentiert finden.

Als Fortsetzung brachte Moog im Jahr 2002 den Minimoog Voyager, der bis heute in verschiedenen Versionen (XL, Performer Stage, Electric Blue) gebaut wird. Bei ihm lassen sich alle Klangeinstellungen speichern, weitere Filtertypen nutzen, und die Oszillatoren sind stimmstabil. Ein solches Prestige-Objekt hat natürlich auch einen stolzen Preis, der ab 3000 Euro beginnt und selbst eingefleischte Moog-Fans zum Erwerb kostengünstigerer Alternativen verleiten könnte.
Das weiß auch der Hersteller selbst und bietet mit der Phatty-Familie den klassischen Moog-Sound zu kleinstmöglichen Preisen. Zu dieser Serie gehören neben dem Little Phatty Stage, dem Rackmodell Slim Phatty und dem jüngsten Erfolg Sub 37 der Sub Phatty. Er ist mit seinen 25 Tasten und einem Bedienfeld aus 31 Knöpfen ein guter Allrounder und stellt einen gelungenen Kompromiss zwischen dem platzsparenden, aber ergonomischen Studio-Einsatz und der gelegentlichen Live-Performance dar.

Editor 1
Der kostenfreie Editor ist als Standalone-Programm oder als VST/AU-Plug-in verwendbar – für alle Anwender ein Pflicht­programm.

Erster Kontakt am Gerät

Wenn Sie den Sub Phatty aufgebaut haben, verkabeln Sie ihn mit dem Mischpult. Tipp: Da die Anschlüsse auf der linken Seite des Geräts kaum lesbar bezeichnet sind, markieren Sie am besten den Audio-Ausgang mit einem kleinen weißen Etikett. Spätestens beim kommenden Live-Gig werden Sie nicht erneut nach dem passenden Anschluss suchen müssen. Den Sub Phatty können Sie auch schon per MIDI mit Ihrem Computer verbinden. Anstelle von USB nutzen Sie ein klassisches Kabel bzw. die fünfpolige MIDI-In-Buchse. Der Sub Phatty ist nun per Computer (DAW) und über die Tastatur spielbar.

Bevor Sie dem Instrument die ersten Töne ent­locken, sollten Sie die Oszillatoren der analogen Klangerzeugung stimmen. Dies funktioniert mit der Noten-Kalibrierung, die Sie über eine versteckte Funktion im Shift-Modus aktivieren. Sie rufen den „Shift-Modus“, der übrigens noch viele weitere Funktionen bereit hält, über folgende Tastenkombination auf: Sie drücken und halten den Taster „Bank 4“, während gleichzeitig die Taste „Active Panel“ gehalten wird. Blinkt die Taste „Active Panel“ schnell, ist der Shift-Modus aktiviert. Drücken Sie weiterhin die Taster Bank 3 und 4 und Patch 4 sowie anschließend zweimal das „tiefe Cis“ auf der Tastatur. Nach wenigen Minuten ist der Sub Phatty frisch gestimmt, was Sie zumindest nach Transporten zwischen Studio, Proberaum oder Bühne bei Temperaturschwankungen wiederholen sollten.

Produkt-Info: Consumer Class

Moog Sub Phatty diagonal
Moog Sub Phatty (Foto: Moog Music)

Neben den Spitzenmodellen der „Minimoog Voyager“-Linie (Performer Stage Ed, ca. 3600 Euro) bietet Moog ein Sortiment an erschwinglichen Produkten: die Phatty-Serie und zwei weitere Desktop-Synthesizer. Der Sub Phatty (ca. 900 Euro) ist aktuell verfügbar. Er nimmt mit seinem 25-Tasten-Keyboard kaum Platz im Studio- oder Live-Setup weg. Er liefert die klassischen Moog-Sounds sowie auch die brachialen Klänge für Dubstep und andere aktuellere Musikstile. Das aktuelle Glanzstück der Phatty-Serie ist der Sub 37 Edition (ca. 1550 Euro). Mit dem Duo-Paraphonic-Modus für zweistimmiges Spiel, dem Step-Sequencer oder dem LC-Display bietet er mehr Features als der Sub Phatty und ist auch ohne Computer flüssig bedienbar.

Nicht mehr im Handel, aber dennoch solide Player und letztlich günstige Alternativen sind der Little Phatty Stage mit 37 Tasten und Display sowie das 19-Zoll-kompatible Soundmodul Slim Phatty, die sich ebenfalls am Gerät selbst und per Software-Editor programmieren lassen. Die Gebrauchtpreise liegen etwa zwischen 600 und 800 Euro.

Ein Tipp für massive Bässe ist der Moog Minitaur (ca. 490 Euro), eine kompakte Neuauflage des Bass-Pedal-Synthesizers aus den 1970er-Jahren. Ein halbmodularer Desktop-Synth inklusive Step-Sequencer findet sich mit dem jüngsten Moog Mother-32 (ca. 640 Euro). All diese Instrumente tradieren den klassischen Moog-Sound, der sich aber von Gerät zu Gerät klanglich immer wieder anders darstellt.

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